Frühlingstreffen

Flyer Frühlungstreffen
Flyer als PDF

Nach fast zwei Jahren „stabilisierter“ Krise befinden sich die Welt und unser Land in einer Art von Schwebezustand. Die alten Systeme und Rezepte haben sich zwar blamiert, werden aber trotzdem nochmals angewendet. Die grosse Hoffnung Obama ist verblasst. Die internationale Gemeinschaft ist gelähmt (Kopenhagen). Niemand ist zuständig. Die chinesischen Arbeiter arbeiten mit gekürztem Lohn (30 % Reduktion Anfang 2009) wie verrückt weiter um den globalen Mehrwert wenigstens als Illusion weiter fliessen zu lassen.

Diese allgemeine Langeweile, Lustlosigkeit und Ratlosigkeit drohen immer mehr in unkontrollierte Wut auszumünden. Während die Provokationen (Millionenboni, Milliardengewinne der Banken, Rentenkürzungen, Entlassungen usw.) sich häufen, gibt es erst wenige Initiativen, die eine Alternative aufzeigen. Je konkreter wir sie machen können, umso schmerzloser wird der unvermeidliche Übergang in eine „Gesellschaft des Weniger“ (Hans-Peter Gensichen+) sein.

Wer auch immer kommt, es sind die richtigen Leute - einer oder 25 ist egal, und jeder ist wichtig und motiviert.

Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, was geschehen konnte - Ungeplantes und Unerwartetes ist oft kreativ und nützlich.

Es beginnt, wenn die Zeit reif ist - wichtig ist die Energie (nicht die Pünktlichkeit).

Vorbei ist vorbei - Nicht vorbei ist Nicht-vorbei - wenn die Energie zu Ende ist, ist die Zeit um.

Am letzten Neustart Schweiz-Treffen wurden für das Treffen im März eine Reihe von Themen vorgeschlagen: gewaltfreie Konfliktlösung, Raumplanung, Genossenschaftsbewegung, politische Arbeit. In Absprache mit Bettina, die das erste Thema angeregt hat, haben wir beschlossen, es an einer gesonderten Veranstaltung zu behandeln. (Da wir das Treffen aber als Open Space gestalten, kann es natürlich trotzdem dran kommen.)

Beim Thema „Raumplanung“ geht es um unser Leben in Nachbarschaften, Quartieren, Städten und Landregionen. Wir erleben heute den Anfang vom Ende der „Besatzungsmacht Auto“ (Knoflacher§). Es geht also darum, den „Mangel“ am Punkt A so weit zu beseitigen, dass mir nicht mehr unbedingt jeden Tag zu einem Punkt „B“ fahren müssen. Hier wollen wir unsere Erfahrungen, Projekte und Ideen so verknüpfen, dass möglichst konkrete Handlungsansätze entstehen.

Das Thema Genossenschaften ist angesichts der Krise der kapitalistischen, privaten Marktwirtschaft hochaktuell. Genossenschaft heisst demokratisch wirtschaften, Gemeingüter nachhaltig produzieren und nutzen, die wirtschaftliche Logik zuerst entschärfen und dann loswerden. Genossenschaften sind ein erprobter praktischer Ansatz, der völlig utopiefrei sofort verwirklicht werden kann und in eine beliebig alternative Zukunft führen kann.

Schliesslich stehen im Jahr 2011 nationale Wahlen an. Die Frage stellt sich: wie können wir unsere Vorschläge und Projekte politisch ummünzen? Was für Kontakte haben wir? Wie kann sich eine Neustartsphäre entwickeln, die wirklich Einfluss auf die Realität hat? Welche Medien nutzen wir, welche neuen und alten Organisationsformen?

Wir sind gespannt, was sich aus diesem Treffen entwickeln wird. Wie gesagt: Open Space heisst Open End.

Bringt Euch und Eure FreundInnen und Bekannten mit. Wir sind alle ExpertInnen.


+) Gensichen, Hans-Peter, Auf dem Weg in die Gesellschaft des Weniger, Brüssel, 2009

§) Knoflacher, H., Virus Auto, Wien, 2009


Organisatorisches

  • Zum mittäglichen Brunch bringt jedeR TeilnehmerIn selber etwas mit.
  • Zur Deckung der Unkosten werden wir für freiwillige Beiträge ein Kässeli aufstellen.
  • Bitte hier anmelden

Ort: Im Kreuz in Solothurn.

Datum & Zeit: 
28. März 2010 - 10:00