Neustart Schweiz Treffen vom 28. März

Aus meinem Notizbuch

Etwa 30 TeilnehmerInnen (wirklich) aller Altersgruppen sind gestern nach Solothurn zu diesem Open Space Treffen gekommen. Besonders gefreut hat es mich, dass einige neue Freundinnen und Freunde sogar aus Deutschland kamen und leckere Quiches und Kuchen mitbrachten – vielleicht wissen sie, dass Reto und ich uns schon die Domain restartearth gesichert haben?

Zuerst setzen wir uns in einen Kreis und lernten alle 30 Vornamen mit den dazu passenden Gesichtern (Open Face) kennen.

Dann wurde in zuerst 5, dann 3, dann zwei Gruppen über Themen wie: Komplementärgeld, globale Familienplanung, Genossenschaften, Mobilität/Stadträume/Deutungshoheit, Bewusstsein, energieautarke Nachbarschaften, diskutiert.

Was genau an diesem verregneten Sonntag im Hotel Kreuz passiert ist, weiss ich allerdings nicht. Ich kann nur mein Notizbuch durchsehen und versuchen, persönliche Impressionen wiederzugeben. Jede/er, der dabei war, ist selbstverständlich eingeladen ihre/seine eigenen Eindrücke auch an dieser Stelle zu veröffentlichen.

Gesagt wurde unter anderem (ich lasse hier die Namen weg, die meisten von uns werden wissen, wer was gesagt hat):

  • 30 bis 35 Prozent der Schweizer Bevölkerung sind Kultur-Kreative: sie sollten wir erreichen.
  • Brauchen wir so etwas wie eine „bolivianische“ Verfassung?
  • 200 Millionen Menschen auf diesem Planeten haben keinen Zugang zu Verhütungsmitteln – es gibt viele ungewollte Kinder und auch Ressourcenprobleme (kleiner, unverklemmbarer Kommentar von mir: ein Nordwestler wie ich verbraucht immer noch 100 Mal mehr Ressourcen als ein Mensch im Süden)
  • In Basel haben 75 Prozent der Bewohner kein Auto.
  • Eine Nachbarschaft muss ein Organismus werden.
  • An Rainbow-Gatherings treffen sich 150'000 Menschen.
  • Unser Lebensunterhalt sollte von einer Art „Totalgenossenschaft“ ohne Geld gesichert werden.
  • Time-Out statt Burn-Out.
  • Jurten sind mobile Immobilien. (in Trimmis zu finden.)
  • In der Genossenschaft Lorraine sollte jede/r zwei Stunden Arbeit pro Monat für die Gemeinschaft leisten.
  • Nichts machen liegt drin.
  • Wem gehört das Land? Dem Staat? Den BenutzerInnen?
  • Wenn eine Nachbarschaft (egal ob Verein, Genossenschaft, Stiftung, AG) qualitativ wachsen soll, dann gibt es zwei Bedingungen: 1. Landwirtschaft muss einbezogen werden; 2. Kultur (Bildung, Spiritualität, Kunst usw.) gehören dazu. Dazwischen entsteht jede soziale Form.
  • Es geht nicht um billiges Wohnen, sondern um einen Wachstumsprozess, der Land freikaufen und Menschen in andern Weltgegenden unterstützen kann.
  • Ceterum censimus: Unser Leben, sei es sozial und ökologisch oder nicht, ist eine Lebenslüge, so lange im Süden extreme Armut herrscht.
  • Grösse ist gut.
  • torindiegalaxien.de
  • Geld bringt Bewusstsein.
  • Durch das Projekt einer energieautarken Nachbarschaft wollen wir das Zuständigkeitsbewusstsein der BewohnerInnen verstärken.
  • Strom ist zu billig.
  • Was wir wollen, ist besser als das, was ist.
  • Nicht independence, interdependence.
  • Transitionsnachbarschaften?
  • Wer nicht wagt, hat schon verloren.
  • In Washington DC zeichnet jemand auf der Karte einfach eine Neighborhood ein, verteilt Flugblätter in alle Briefkästen und wartet. Nichts geschieht. Als er aber an den Türen läutet, entwickelt sich Aktivität und heute tauschen sie Wissen und Güter aus, haben Stadtgärten usw.
  • Der realexistierende Wahnsinn ist noch nicht ganz erreicht.
  • Wir können es uns nicht leisten so viel zu arbeiten, weil es so viel Sinnvolles zu tun gibt.
  • Kooperative Nachbarschaften könnten für „Reiche“ wie „Arme“ ein Ausweg aus der Arbeits/Geld-Falle sein.
  • Bewusstsein kommt zuerst.
  • Bewusstsein ist schon vorhanden (siehe 76 Prozent Zustimmung zur 2000-Watt-gesellschaft in Zürich). Mit der Umsetzung in Taten hapert’s allerdings.
  • In Deutschland wird durch das Geldsystem jeden Tag eine Milliarde von arm zu reich umverteilt (Quelle).
  • Komplementäre Verrechnungssysteme ohne Umverteilungseffekt (also: reine Tauschmittel) könnten in Nachbarschaften lokale Wirtschaften gegen den globalen Geldstrom schaffen.
  • Nur hochrentable Tätigkeiten werden heute entlohnt, sinnvolle Tätigkeiten bleiben unabgegolten.
  • Im Fabritze lebt es sich wie ein Bonz.
  • Wir dürfen die „Normalen“ nicht vergessen und nicht aus Hochnäsigkeit Nachbarschaftsentwicklungen torpedieren.
  • Es hat viele Menschen, die könnten und wollten.
  • Das Büchlein Neustart Schweiz ist keine Bibel, nur ein erster Anstoss. Neustart Schweiz ist ein Prozess, der eben erst begonnen hat.
  • Unsere Internetplattform soll Adressen, eine Agenda, Hintergrundwissen, enthalten und den Kontakt zwischen den Interessierten ermöglichen. (Reto macht, was er kann.)
  • Ökologie ist Opium für das Volk. 

Am Schluss des Plenums wird der Vorschlag gemacht, dass alle (die mit dem Newsletter erreicht werden können) bis zum 13. Mai Vorschläge, Diskussionspapiere usw. einreichen, die dann am Treffen des 13. Juni im Fondli bei Dietikon (Zürich) besprochen werden können.

Es wäre schön, dort auch zu erfahren, was aus den verschiedenen Ideen und Projekten geworden ist.

Die Spenden der TeilnehmerInnen deckten alle Kosten für Saal, Mineralwasser und Pizza. Es gibt sogar einen Überschuss von 103.60, über den wir im Juni beschliessen können.

Auf Wiedersehen!

[Nachtrag] Hier gibt es Bilder von der Veranstaltung.