Protokoll der 3. Hauptversammlung des Vereins Neustart Schweiz

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Datum: 24. Mai 2013, 18:00 bis 19:30 Uhr

Versammlungsort: Saal E04, Hochschule für Wirtschaft, Riggenbachstr. 16, 4600 Olten

Anwesende: 39 Personen
inkl. dem Vorstand: Hans Widmer, Reto Stauss, Thomas Gröbly, Martin Klöti, Raffael Wüthrich (Sitzungsleitung), Fred Frohofer (Protokoll); Entschuldigt: Dorota Niedzwiecka


Protokoll vom letzten Jahr

Das Protokoll ist auf der Website veröffentlicht und den Anwesenden bekannt. Es gibt keine Einwände und wird einstimmig angenommen.


Jahresrechnung 2012

Die Jahresrechnung ist auch auf der Homepage ersichtlich. Geschäftsstellenleiter Tex Tschurtschenthaler führt die einzelnen Posten aus. Im Endeffekt schliessen wir bei einem Ertrag von CHF 10'077.25 und einem Aufwand von CHF 2'614.65 mit einem Erfolg von CHF 7'462.60 ab. Das klingt nach unverhältnismässig viel Gewinn, doch druckten wir im ersten Quartal 2013 zwei Broschüren, für die wir einen  Teil des Gewinnes einsetzten.

Aus dem Publikum gibt es keine Fragen zur Jahresrechnung.

Tex Tschurtschenthaler liest den Revisorenbericht vor. Beide Revisoren bestätigen die ortnungsgemässe Kontoführung und empfehlen, die Jahresrechnung zu genehmigen.

Abstimmung: Die Jahresrechnung wird einstimmig angenommen.


Budget 2013

Geschäftsstellenleiter Tex Tschurtschenthaler führt das Budget für das Folgejahr aus: Bei einem Ertrag von CHF 8'510 gehen wir von einem Aufwand von CHF 14'140.00 aus. Wir werden mit einem Minus von CHF 5'630 abschliessen. Doch wir wollen ja aktiv sein und etwas bewirken, daher sollten wir uns einen Verlust leisten und unsere Reserven auflösen.

Frage an das Publikum: Was soll mit unseren Mitteln gemacht werden? Es taucht der Wunsch auf, dass Neustart Schweiz mehr Veranstaltungen organisiert. Fred Frohofer führt aus, was der Neustart Schweiz nahe stehende Verein DANACH vor hat, der unter anderem Events zu Nachbarschaftsthemen und Geldwirtschaft organisiert und mit Neustart Schweiz auch personell eng verbunden ist. Für die Veranstaltungen könnte der Verein DANACH eine Risikodeckung gebrauchen. Das wird mit Wohlwollen aufgenommen. Es werden keine weitere Anträge gestellt.

Das Budget wird einstimmig angenommen.


Jahresbericht 2012

Martin Klöti präsentiert den Jahresbericht. Ergänzend dazu erfahren wir von einzelnen Mitgliedern folgende Details:

  • Die beiden Genossenschaften NeNa1 in Zürich und LeNa in Basel möchten das Nachbarschaftskonzept konkret umsetzen. NeNa1 wurde im Geschäftsjahr 2012 gegründet, hat bereits 55 Genossenschafter und macht sich für zwei Nachbarschaften nach dem Modell von Neustart Schweiz auf dem Kasernenareal in Zürich stark, was eine Forschungs- und Bildungsinstitution für die 1000-Watt-Gesellschaft werden soll. LeNa in Basel ist derzeit noch in Gründung und verfolgt jedoch den selben Zweck, Neustart-Schweiz-Nachbarschaften umzusetzen.
  • Hans Widmer führt aus, weshalb wir die beiden bereits sehr erfolgreichen Broschüren produzierten («Nachbarschaften entwickeln!» (2. überarbeitete Neuauflage) sowie «‹The Power of Neighbourhood› und die Commons» (Neuerscheinung). Er fordert die Mitglieder auf, Inputs zu geben, damit basierend auf dem bestehenden Konzept weitere Broschüren produziert werden können. Auch Inputs, wie die Broschüreninhalte verfeinert und ergänzt werden könnten, sind willkommen. Insbesondere, die Frage, wie ein Mikrozentrum konkret aussehen soll und welchen Aufwand das bedeutet, wäre weiter zu entwickeln.
  • Die Gewerkschaft «Uniterre» publizierte eine Broschüre zum Konzept der Ernährungssouveränität, in der wir einen Beitrag veröffentlichen konnten. Die Broschüre befasst sich mit dem Thema einer starken, lokalen Nahrungsmittel-Produktion bei weltweiter Solidarität.
  • Wir haben neuerdings eine Facebookseite, die Raffael Wüthrich betreut und die inzwischen 99 Fans verzeichnet.
  • Manuel Lehmann informiert über die Aspekte des Vereins DANACH, der sich mit neuen Lebensmodellen, dem Postwachstum und dem Geldwesen auseinander setzt. Neustart Schweiz ist personell, inhaltlich und auch finanziell aktiv bei DANACH dabei und hat wesentlich zum letzten Symposium im Herbst 2012 beigetragen. Bei diesem Anlasse wurde der Auftrag gefasst, eine Allianz von verschiedenen Organisationen anzugehen. Das wird nun weiterentwickelt und am nächsten DANACH-Symposium im September 2013 thematisiert.
  • Neustart Schweiz-Themen sind gerade bei der Partei der Jungen Grünen populär. So konnten wir bei drei Veranstaltungen (beim Vorstand und bei zwei lokalen Anlässen) das Nachbarschaftsmodell vorstellen.
  • Derzeit ist politisch auch in anderen Parteien sehr viel im Gang, welches uns unterstützt: Neustart Schweiz hat die erfolgreiche Wahl von Richard Wolff (AL) in Zürich unterstützt, er ist voll auf unserer Linie. In Baden wurde Geri Müller (Grüne) gewählt, der ebenfalls mit unseren Themen politisiert. In Baden kandidierte zudem noch Transgender Stella Brunner mit den Themen von Neustart, leider nicht so erfolgreich; doch hatte ja Geri Müller vollen Erfolg.
  • Wilfried Flatz aus Vorarlberg erzählt von der Exkursion nach Zürich. Im Vorarlberg steigen die Bodenpreise, erklärt er, daher pressiert die geplante Umsetzung einer Vorarlberger Nachbarschaft. Politisch ist dort einiges Im Wandel, so will das Bundesland enkeltauglicher werden. Derzeit sind mehrere Orte im Gespräch, um eine Nachbarschaften von rund 500 Personen auch wirklich umzusetzen.
  • Basel: Samuel Eugsters Tische bilden eine lebendige Darstellung, beobachtete ein Mitglied aus dem Raum Basel; eine solche Lebendigkeit sollte vermehrt bei Neustart Schweiz Einzug halten. In Basel wird das Projekt für die IBA 2020, Nachbarschaften im Länderdreieck zu realisieren, weiterhin verfolgt. Zudem werden Transition-Town-Aktivitäten voran getrieben. Im Herbst soll ebenfalls eine Allianz aus Organisationen für den Wandel gebildet werden, dabei ist Neustart Schweiz Regio Basel federführend.
  • NeNa1 in Zürich hat Arbeitsgruppen ins Leben gerufen. Einerseits soll ein Film realisiert werden, wahrscheinlich eine Doku-Fiktion, die aufzeigt, wie das Leben in einer Nachbarschaft funktioniert. Zudem soll ein Gemeinschaftsraum initiiert werden, der als Treffpunkt dient und bereits in Richtung Mikrozentrum gehen soll.

Der Geschäftsbericht wird mit Applaus gewürdigt.


Entlastung des Vorstands

Der Vorstand wird in der Abstimmung einstimmig entlastet.


Wahl des Vorstands und der Revision

Martin Klöti verabschiedet die zwei austretenden Mitgliedern: Dorota Niedzwiecka und Reto Stauss.

Reto Stauss war von schon weit vor der Vereinsgründung aktiv und hat viel für Neustart Schweiz getan. Mit seiner Erfahrung und seinen Informatikkenntnissen bewirkte Reto Stauss, dass uns die Aufgabe nicht über den Kopf wuchs. Reto möchte sich jedoch nun vermehrt seiner jungen Familie widmen. Er bleibt dem Verein als Mitglied erhalten. Reto sagt dazu: Wenn er sich aus einem Projekt zurückziehe, sei es entweder beendet oder dann auf gutem Weg. Denn Reto interessiert sich insbesondere für Pionierphasen, die habe Neustart Schweiz definitiv überlebt, ist er überzeugt. Christoph Pfluger, ebenfalls Mitstreiter der ersten Stunde und Initiator des Vereins Neustart Schweiz anerkennt, dass es Neustart-Schweiz ohne Reto Stauss wohl kaum geben würde.

Dorota Niedzwiecka, seit Vereinsgründung aktiv mit dabei, führte als Vorstandsmitglied die Kasse, die sie inzwischen aber ordentlich an Geschäftsstellenleiter Tex Tschurtschenthaler übergeben konnte. Sie verlässt uns, weil sie ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlegt.

Es melden sich keine neuen Vorstandsmitglieder zur Wahl.

Der bestehende Vorstand, (Hans Widmer, Thomas Gröbly, Martin Klöti, Raffael Wüthrich und Fred Frohofer) wird einstimmig gewählt

Die beiden Revisoren Jeannine Hirzel und Martin Zbinden werden einstimmig gewählt.


Varia und Abschluss

Christoph Pfluger sucht jemand, der das Nachbarschaftsthema redaktionell im «Zeitpunkt» weiter verfolgen könne. Interessenten sollen sich an redaktion@zeitpunkt.ch wenden.

Wohnboxen, die autark funktionieren und die zu Nachbarschaften formiert werden könnten, sollen als eine Art von Open-Source-Projekten umgesetzt werden. Derzeit läuft ein entsprechender Architekturwettbewerb, informiert Christoph Pfluger weiter.

Abschluss ist pünktlich um 19:30 Uhr

Ab 20:00 Uhr referiert Matthias Binswanger zum Thema der sinnlosen Wettbewerbe